Anschreiben-Ratgeber

Anschreiben für internen Stellenwechsel: Aufbau & Beispiel

Wie du dich intern bewirbst: Tonalität, Bezug zum aktuellen Vorgesetzten und konkrete Formulierungen. Mit Beispiel-Anschreiben.

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Kurz erklärt: Eine interne Bewerbung folgt anderen Regeln als eine externe. Das Anschreiben ist deutlich kürzer (oft eine halbe Seite), enthält weniger Selbstvorstellung und mehr konkreten Bezug zu Projekten im Unternehmen. Wichtig ist die Entscheidung, ob du den aktuellen Vorgesetzten vor oder nach der Bewerbung informierst. In den meisten Unternehmen erwartet die HR-Abteilung dieses Vorgehen, weil sie Loyalitäts-Konflikte vermeiden will.

Warum interne Bewerbungen anders sind

Wenn du dich intern bewirbst, spielst du nach anderen Regeln als bei einer externen Stelle. Die Personalabteilung kennt dich. Der einstellende Abteilungsleiter hat vielleicht schon mit dir in einem Projekt zusammengearbeitet. Deine aktuellen Kollegen werden früher oder später erfahren, dass du dich beworben hast. Und falls du die Stelle nicht bekommst, sitzt du am Montag wieder am alten Schreibtisch, mit der Wahrnehmung „die hat es versucht".

Diese Konstellation hat Vorteile und Nachteile. Vorteile: Du bringst Insider-Wissen mit, kennst die Strukturen, kennst die Kultur, und kannst im Anschreiben konkret zeigen, dass du das Unternehmen verstanden hast. Nachteile: Politische Sensibilität ist viel höher, der Prozess ist transparenter, und ein „Nein" hat schmerzhafte soziale Konsequenzen.

In diesem Artikel zeigen wir, wie sich das interne Anschreiben strukturell und inhaltlich unterscheidet, ob du den aktuellen Chef einbeziehst, wie ein vollständiges Beispiel aussieht und welche politischen Aspekte du nicht unterschätzen solltest.

Was im internen Anschreiben anders ist als bei externer Bewerbung

Sechs Unterschiede sind besonders wichtig.

Erstens: deutlich kürzer. Während externe Anschreiben eine volle DIN-A4-Seite füllen, ist das interne oft eine halbe Seite. 150 bis 250 Wörter reichen meist, mehr wirkt aufgebläht. Der Grund: Du musst dein Unternehmen nicht erklären, deine Branche nicht beschreiben und deine grundsätzliche Eignung nicht herleiten. All das wissen die Lesenden schon.

Zweitens: weniger Self-Pitch. Bei einer externen Bewerbung verkaufst du dich. Bei einer internen Bewerbung kennt man dich. Wenn du dich so anpreist wie bei einer externen Bewerbung, wirkt das übertrieben oder distanziert. Stattdessen: konkrete Projekte erwähnen, an denen du im Unternehmen mitgearbeitet hast, und den Bezug zur neuen Rolle herstellen.

Drittens: konkreter Bezug zu internen Projekten. Das ist deine Stärke. Du kannst Projekte, Teams, Initiativen, Kennzahlen aus erster Hand zitieren. Das machst du im Hauptteil systematisch. Externe Bewerber können das nicht, du schon. Nutze diesen Vorteil.

Viertens: aktuelle Position erwähnen. Anders als bei einer externen Bewerbung gehört deine aktuelle Position konkret ins Anschreiben, oft schon in der Einleitung. „In meiner aktuellen Rolle als Senior Marketing Manager im DACH-Team..." ist hier völlig in Ordnung und nötig für die Einordnung.

Fünftens: Vorgesetzten nennen oder nicht. Das hängt vom Unternehmen und der politischen Situation ab. In manchen Unternehmen ist es üblich, im Anschreiben zu schreiben „Ich habe diesen Wechsel mit Herrn Müller besprochen, der die Bewerbung unterstützt." In anderen Unternehmen ist das nicht üblich und wirkt befremdlich. Im Zweifel: weglassen, das aber nur, wenn du den Chef tatsächlich informiert hast, denn er erfährt es früher oder später.

Sechstens: andere Schluss-Formulierung. Die typischen externen Schluss-Sätze wie „Über eine Einladung zu einem Gespräch freue ich mich" funktionieren intern auch, aber Varianten wie „Über die Gelegenheit, das Thema persönlich zu vertiefen, freue ich mich" wirken interner und natürlicher.

Soll der aktuelle Vorgesetzte informiert sein vor der Bewerbung?

Diese Frage ist die wichtigste taktische Entscheidung deiner internen Bewerbung. Die richtige Antwort hängt vom Unternehmen, der Beziehung zum Chef und der konkreten Situation ab.

Pro Information vorher

Drei Argumente sprechen dafür, den Chef vor der Bewerbung zu informieren.

Loyalität und Vertrauen. Wenn dein Chef per Zufall erfährt (vom HR, vom Kollegen, vom Empfangsbereich), dass du dich beworben hast, schadet das massiv eurer Beziehung. Selbst wenn du die neue Stelle bekommst, wird das letzte Quartal vorher angespannt. Wenn du nicht durchkommst, wird das Verhältnis schwierig.

Unterstützung gewinnen. Ein Chef, der von Anfang an informiert ist, kann dich aktiv unterstützen. Er kann mit dem aufnehmenden Abteilungsleiter sprechen, ein gutes Wort einlegen, eine pragmatische Übergabe-Lösung anbieten. Das kann den Ausschlag geben.

Erwartung der HR. In vielen Unternehmen erwartet die HR-Abteilung explizit, dass interne Bewerber den Chef vorher informieren. Manche Unternehmen fragen sogar im Bewerbungsformular ab „Ist Ihr aktueller Vorgesetzter informiert?". Wenn du dann „Nein" ankreuzt, sinken deine Chancen.

Contra Information vorher

Drei Argumente sprechen dafür, den Chef erst nach der Bewerbung zu informieren.

Negative Reaktion verhindern. Wenn dein Chef konfliktscheu ist oder dich nicht ziehen lassen will, kann er deine Bewerbung aktiv sabotieren, deinen Ruf intern beschädigen oder dir die Erlaubnis verweigern. In schwierigen Konstellationen ist die Bewerbung dann faktisch unmöglich.

Vor der Entscheidung schützen. Wenn du dich aus reiner Neugier bewirbst und noch nicht sicher bist, ob du wechseln willst, kann eine vorzeitige Information unnötigen Konflikt erzeugen. Manche Bewerber wollen erst die Einladung abwarten und dann mit dem Chef sprechen, sobald klar ist, dass es ernst wird.

Politische Spielchen vermeiden. In Unternehmen mit harter politischer Kultur kann eine vorzeitige Information dem Chef Zeit geben, Gegenmaßnahmen einzuleiten (Gehaltserhöhung anbieten, Beförderung versprechen, Bewerbung des Konkurrenten unterstützen, et cetera).

Die meiste Empfehlung

In der Mehrheit der Fälle ist die Information vorher die bessere Option. Konkret bedeutet das ein kurzes vertrauliches Gespräch eine Woche vor der eigentlichen Bewerbung, etwa so:

„Tobias, ich möchte dich vorab informieren, dass ich mich auf die offene Senior-Position im Produktmanagement bewerben werde. Mir ist die gute Zusammenarbeit mit dir wichtig und ich wollte, dass du das von mir hörst, nicht aus dem Flurfunk. Ich würde mich freuen, wenn du das ohne Verstimmung aufnehmen kannst und mir ggf. den Rücken stärkst."

Diese Variante zeigt Loyalität, ohne um Erlaubnis zu bitten. Sie ist sachlich und gibt dem Chef die Möglichkeit, professionell zu reagieren.

Aufbau eines internen Anschreibens

Anders als beim externen Anschreiben gibt es im internen Anschreiben vier klar abgegrenzte Sektionen.

Sektion 1: Betreffzeile mit Abteilungs-Nennung

Bei internen Bewerbungen ist die Betreffzeile besonders wichtig, weil sie der Abteilung und der Position eindeutig zuzuordnen sein muss. Empfohlen:

Interne Bewerbung um die Position [Bezeichnung] im Bereich [Abteilung]

Manche Unternehmen haben eigene Vorgaben (Stellen-Code, Anforderungs-Nummer, Bewerbungs-Tag). Wenn ja, einhalten.

Sektion 2: Einleitung mit doppeltem Bezug

Anders als bei der externen Bewerbung enthält die interne Einleitung zwei Bezüge: zur ausgeschriebenen Stelle UND zu deiner aktuellen Position.

Beispiel:

„mit Interesse habe ich die Ausschreibung für die Senior-Position im Produktmanagement gelesen. Seit drei Jahren leite ich im Marketing-Team die Kampagnen-Strategie für unsere DACH-Produkte und kenne damit die Produktwelt und die internen Stakeholder gut, an die diese Stelle berichtet."

Damit hast du in zwei Sätzen klar gemacht: ich kenne die Stelle, ich kenne den Kontext, ich bin nicht von außen.

Sektion 3: Hauptteil mit konkreten Beispielen aus dem Unternehmen

Das ist deine Stärke. Zwei bis drei konkrete Projekte aus deiner Zeit im Unternehmen, die für die neue Rolle relevant sind. Konkret heißt: Projektname, Zeitraum, deine Rolle, Ergebnis. Du kannst hier ruhig technische Details nennen, die ein externer Bewerber nie kennen würde.

Beispiel:

„In den letzten 18 Monaten habe ich drei Projekte verantwortet, die direkt zu Ihrer offenen Position passen. Erstens die Launch-Kampagne für das CCM-3.0-Modul (Q2 2024), bei der ich die enge Abstimmung zwischen Produktmanagement und Sales auf neue Füße gestellt habe. Zweitens das Webinar-Programm für unsere Enterprise-Kunden, in dem ich Christian Bauer aus dem Produktteam regelmäßig als Speaker eingebunden habe. Drittens die interne Steuerung des Roadmap-Feedback-Prozesses, bei dem ich aus 80 Vertriebs-Meldungen pro Quartal eine strukturierte Bewertungs-Matrix für das Produktmanagement entwickelt habe."

Diese Konkretheit ist intern erwartet, extern wäre sie zu detailliert.

Sektion 4: Schluss mit konkreter Verfügbarkeit

Anders als bei externen Bewerbungen gehört zur internen Verfügbarkeit eine Übergabe-Logik. Du wechselst nicht in eine externe Firma, sondern in eine andere Abteilung desselben Hauses. Eine geordnete Übergabe ist daher Teil des Pakets.

Beispiel:

„Über die Möglichkeit, das Thema persönlich zu vertiefen, freue ich mich. Eine vier- bis sechswöchige Übergabe meiner aktuellen Aufgaben halte ich für realistisch, abhängig von deinem Zeitplan und der Verfügbarkeit meines Nachfolgers."

Vollbeispiel: intern von Marketing zu Produktmanagement

Folgendes ist ein vollständiges Beispiel für eine interne Bewerbung von einer Marketing-Rolle in eine Senior-Produktmanagement-Position innerhalb desselben Unternehmens.

Betreff: Interne Bewerbung um die Position
Senior Product Manager im Bereich CCM Solutions

Sehr geehrte Frau Berger, lieber Tobias,

mit Interesse habe ich die Ausschreibung für die Senior Product
Manager Position im CCM-Solutions-Team gelesen. Seit drei Jahren
verantworte ich im Marketing die Kampagnen-Strategie für unsere
CCM-Produktlinie und arbeite damit täglich mit dem Produktmanagement
und Vertrieb zusammen, an die diese Stelle berichtet.

Drei Projekte aus meiner letzten 18 Monate sind für die Position
besonders relevant. Erstens die Launch-Kampagne für das CCM-3.0-Modul
im Q2 2024, bei der ich die Schnittstelle zwischen Produktmanagement,
Sales und Marketing neu strukturiert habe. Zweitens das
Quartals-Webinar-Programm für unsere Enterprise-Kunden, das ich
zusammen mit Christian Bauer aus dem Produktteam aufgebaut habe.
Drittens der Roadmap-Feedback-Prozess, in dem ich aus 80
Vertriebs-Meldungen pro Quartal eine strukturierte Priorisierungs-
Matrix entwickelt habe, die heute in den Roadmap-Reviews genutzt
wird.

Was mich zur Bewerbung bewegt: die Verbindung aus tiefem
Produktverständnis und enger Stakeholder-Arbeit, die in dieser
Rolle gefragt ist, deckt sich mit dem, was ich in den letzten drei
Jahren am Schnittpunkt zwischen Produkt und Markt aufgebaut habe.
Den Wechsel sehe ich als logische Fortsetzung meiner bisherigen
Arbeit, nicht als Bruch.

Meinen aktuellen Vorgesetzten, Markus Holzer, habe ich vorab
informiert. Eine geordnete Übergabe meiner aktuellen Aufgaben über
vier bis sechs Wochen halte ich für realistisch.

Über die Möglichkeit, das persönlich zu vertiefen, freue ich mich.
Für einen Termin bin ich kurzfristig verfügbar.

Mit kollegialen Grüßen

Anna Weidmann
Senior Marketing Manager CCM
anna.weidmann@unternehmen.de
+49 89 12345 6789

Was funktioniert in diesem Beispiel: doppelte Anrede (HR und einstellender Chef), drei konkrete Projektbeispiele mit Namen und Zeiträumen, klare „warum jetzt"-Begründung, Hinweis auf informierten Vorgesetzten, realistischer Übergabe-Vorschlag, „Mit kollegialen Grüßen" als interne Variante.

Vollbeispiel: intern aufsteigen vom Sachbearbeiter zur Teamleitung

Folgendes ist ein Beispiel für einen klassischen vertikalen internen Aufstieg.

Betreff: Interne Bewerbung um die Position
Teamleitung Vertragsmanagement, Standort Köln

Sehr geehrte Frau Schubert,

mit großer Motivation bewerbe ich mich auf die offene Position der
Teamleitung im Vertragsmanagement, die durch den Wechsel von Frau
Maier zum 1. Juli frei wird. Seit fünf Jahren bin ich als
Sachbearbeiterin in genau diesem Team tätig und kenne sowohl die
Prozesse als auch die Mitarbeiter sehr gut.

In den letzten zwei Jahren habe ich zwei Sondervertretungs-Phasen
für Frau Maier übernommen, jeweils zwei bis drei Wochen. In dieser
Zeit habe ich die fachliche Steuerung von acht Mitarbeitenden
übernommen, die monatlichen Berichte an das Bereichscontrolling
verantwortet und die Eskalation in zwei größeren Vertragsfällen
(Großkunde Mendelsohn AG, Streitfall ELG-Plus 2024) geführt. Beide
Vertretungen verliefen aus meiner Sicht und nach Rückmeldung von
Frau Maier reibungslos.

Was ich für die Teamleitung mitbringe: detaillierte Kenntnis der
SAP-CRM-Workflows aus täglicher Anwendung, Verständnis der
typischen Vertragsfallstricke aus fünf Jahren Sachbearbeitung,
und das Vertrauen der Kolleginnen, das ich in den
Vertretungs-Phasen aufgebaut habe.

Drei Themen sehe ich für die ersten 100 Tage als Schwerpunkt:
Übergabe der laufenden Eskalations-Fälle, Strukturierung der
Quartals-Reporting-Routine und ein Onboarding-Konzept für die
neue Kollegin Frau Jansen, die zum 15. August startet.

Über die Möglichkeit, die nächsten Schritte persönlich zu
besprechen, freue ich mich. Ein erstes Gespräch ist bei mir
kurzfristig möglich.

Mit kollegialen Grüßen

Petra Lindemann
Sachbearbeiterin Vertragsmanagement Köln

Was funktioniert: konkreter Bezug zur freiwerdenden Stelle, dokumentierte Vertretungs-Erfahrung mit messbaren Ergebnissen, konkrete Tool-Kenntnis (SAP-CRM), erste 100-Tage-Skizze als Beleg für Vorbereitung, klare Anrede an die Bereichsleitung.

Politische Aspekte: was du beachten solltest

Eine interne Bewerbung ist nie rein fachlich. Sie hat immer eine politische Dimension. Vier Punkte solltest du im Blick haben.

Mit Kollegen abstimmen, ja oder nein. Manche denken, sie können ihre Bewerbung geheim halten. Das geht meist nicht. HR informiert oft den aktuellen Vorgesetzten. Der einstellende Manager spricht eventuell mit deinen Kollegen. Die Personalakte wird angefasst. Die meisten Mitarbeitenden erfahren binnen zwei Wochen davon. Deshalb: Lieber proaktiv mit ein oder zwei vertrauten Kollegen sprechen, statt von ihnen die Information aus dem Flurfunk zu bekommen.

Der Lautsprecher-Effekt. Im selben Unternehmen wird über interne Bewerbungen häufig geredet. Wenn du dich auf eine prominent ausgeschriebene Stelle bewirbst und nicht durchkommst, wissen das schnell viele Kollegen. Plane dafür eine Erklärung, die du parat hast. Etwa: „Habe es versucht, war nicht der richtige Zeitpunkt, mache jetzt erstmal weiter und schaue in 12 Monaten neu." Diese Antwort beendet das Gespräch professionell.

Was passiert wenn du nicht genommen wirst. Du sitzt am Montag wieder am alten Schreibtisch. Dein aktueller Chef weiß, dass du gehen wolltest. Manche Vorgesetzte reagieren beleidigt, manche professionell, manche unterstützend. Je nach Typ kann das die Atmosphäre beeinflussen. Plane diese Situation ein, bevor du dich bewirbst. Frage dich: Bin ich emotional bereit, ein halbes Jahr in dieser Konstellation weiterzuarbeiten? Wenn die Antwort Nein ist, plane parallel eine externe Bewerbung.

Die Frage des Gehalts. Bei externen Wechseln ist die Gehaltserhöhung von 10 bis 25 Prozent üblich. Bei internen Wechseln ist sie oft kleiner. Die meisten Unternehmen bieten 5 bis 15 Prozent, manchmal sogar nur die Anpassung auf die nächste Stufe. Wenn dir das nicht reicht, kann eine externe Bewerbung mit Konkurrenz-Angebot die schnellere Verhandlungs-Basis sein. Mehr dazu im Artikel Wechseln aus dem ungekündigten Verhältnis.

Häufige Fragen

Brauche ich ein Anschreiben wenn die Stelle nur intern ausgeschrieben ist?

In den meisten Unternehmen ja, auch bei rein internen Ausschreibungen. Die HR-Abteilung will eine schriftliche Bewerbungs-Unterlage in der Personalakte, und der einstellende Vorgesetzte will deine Argumentation lesen, nicht nur dein Profil. Wenn das Unternehmen ein explizites Online-Formular ohne Anschreiben hat, halte dich daran. Aber selbst dann lohnt es sich, eine kurze E-Mail an den einstellenden Manager zu schicken, in der du dein Interesse begründest.

Wie reagiere ich auf eine interne Absage?

Erstens: sachlich. Auch wenn die Absage emotional schmerzt, bedanke dich beim einstellenden Manager und bitte um Feedback, was ausschlaggebend war. Zweitens: arbeite professionell weiter. Auch wenn es schwierig ist, deine Reaktion in den nächsten Wochen prägt dein internes Bild für die nächsten Jahre. Drittens: prüfe parallel den externen Markt. Eine interne Absage ist oft ein Signal, dass das Unternehmen dich auf deiner aktuellen Stufe sieht und nicht weiter entwickeln will, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Ein externer Wechsel kann dann der schnellere Weg sein.

Sollte ich mein Anschreiben mit dem aktuellen Chef teilen?

Im Normalfall nein. Das Anschreiben ist eine Bewerbungs-Unterlage, die an HR und den einstellenden Manager geht. Sie ist nicht für den aktuellen Chef bestimmt. Wenn der Chef nach dem Anschreiben fragt, kannst du das diplomatisch ablehnen mit „Ich würde mir die direkte Diskussion mit den Entscheidern vorbehalten, sobald sich ein Gespräch ergibt." Was du mit dem Chef teilen kannst, ist eine mündliche Zusammenfassung deiner Motivation. Mehr nicht.

Was wenn ich die Stelle nicht bekomme, ist das peinlich?

Das hängt von deiner Reaktion und der Unternehmenskultur ab. In gesunden Kulturen sind interne Bewerbungen normalisiert, eine Absage ist nicht peinlich, sondern Teil des Spiels. In sehr politischen Kulturen kann eine Absage tatsächlich Status kosten. Eine selbstbewusste Reaktion ist die beste Strategie: Auf Nachfrage offen kommunizieren („Habe es versucht, war noch nicht die richtige Konstellation"), keine Schuldzuweisungen, professionell weiterarbeiten. Nach drei bis sechs Monaten ist das Thema in den meisten Fällen verarbeitet, und du kannst dich entweder erneut intern bewerben oder den externen Markt prüfen.

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