Bewerbung nach Beruf

Bewerbung als Lehrer: Anschreiben & Lebenslauf

Bewerbung als Lehrer oder Lehrerin: Anschreiben-Muster, Lebenslauf-Schwerpunkte und Tipps für Grundschule, weiterführende Schule, Berufsschule und Quereinstieg.

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Kurz erklärt: Eine Bewerbung als Lehrer oder Lehrerin unterscheidet sich grundlegend von anderen Berufen. Bewerbungen laufen entweder über das schulamtliche Einstellungs-Verfahren (online-Portale der Bundesländer wie SchILD-NRW, NIBIS-Niedersachsen, Online-SBA Bayern) oder direkt bei der Schul-Leitung (insbesondere bei Quereinstieg, Vertretungs-Stelle, freier Schule). Das Anschreiben (rund 280 Wörter) nennt die Lehramts-Befähigung (Lehramt an Grundschulen, Gymnasien, Realschulen, Gesamtschulen, Berufskollegs), die Fächer-Kombination, Referendariats-Erfahrung, pädagogische Schwerpunkte (Inklusion, Differenzierung, digitale Bildung) und konkrete Schul-Erfahrungen. Im Lebenslauf zählen Studium, Referendariat, Schul-Stationen und Fortbildungen.

Lehrkraft-Wege in Deutschland

Lehramts-Karrieren laufen in Deutschland über sehr unterschiedliche Wege, abhängig vom Bundesland, der Schul-Form und der eigenen Qualifikation.

Regulär ausgebildete Lehrkräfte

Lehramts-Studium plus Referendariat (Vorbereitungs-Dienst) mit zwei Staatsprüfungen. Vollständige Lehramts-Befähigung („Assessor:in des Lehramts" oder „Lehrkraft mit Lehramts-Befähigung"), Verbeamtung in den meisten Bundesländern möglich.

Quereinsteigende

Hochschul-Abschluss in einem schul-relevanten Studienfach plus berufsbegleitende pädagogische Qualifizierung. Wege: OBAS (Ostdeutschland), Q-Master (Niedersachsen), Quereinstieg in der Berufsschule (häufig), Quereinstieg in der weiterführenden Schule (selektiv je nach Bundesland und Mangelfach).

Seiteneinsteigende

Hochschul-Abschluss mit fachfremder Ausrichtung plus minimale Pädagogik-Schulung, oft als unbefristete Vertretungs-Kraft („Vertretungs-Vertrag", VKR). Geringere Verbeamtungs-Chance, niedrigere Eingruppierung.

Pensionierte und Lehrkräfte aus dem Ausland

Reaktivierte Pensionäre und Lehrkräfte aus dem Ausland (oft mit Anerkennungs-Verfahren über zentrale Stelle für ausländisches Bildungswesen ZAB) füllen Lücken im Lehrkräfte-Mangel.

Schul-Form als Bewerbungs-Logik

Grundschule

Klassen 1 bis 4. Klassenlehrer-System: eine Lehrkraft unterrichtet die gleiche Klasse über mehrere Jahre in den Haupt-Fächern. Schwerpunkte: Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Religion oder Ethik, Englisch (ab Klasse 3 oder 4), Sport.

Erwartetes Profil: Beziehungs-Arbeit mit Kindern, Eltern-Gespräche, Differenzierungs-Kompetenz für sehr heterogene Lern-Stände, oft kombiniert mit Inklusion (Förderschul-Kinder in Regelklasse).

Realschule, Gymnasium, Gesamtschule

Klassen 5 bis 10 (Realschule und Sek I) oder Klassen 5 bis 12/13 (Gymnasium und Sek I+II). Fachlehrer-System mit Fächer-Kombination (typisch zwei oder drei Fächer).

Erwartetes Profil: fachliche Tiefe in Studien-Fächern, Klassen-Führung größerer Lerngruppen, Eltern-Gespräche bei Übergangs-Empfehlungen (Klasse 4 in NRW, Klasse 5 in anderen Ländern), Vorbereitung auf zentrale Prüfungen.

Berufskolleg (Berufsschule, Fachschule)

Berufliche Bildung im dualen System. Schwerpunkte: berufsbezogener Unterricht, allgemeinbildender Unterricht, Vorbereitung auf Kammer-Prüfungen.

Erwartetes Profil: berufliche Erfahrung in der unterrichteten Branche, didaktische Vermittlungs-Kompetenz, Erfahrung mit jugendlichen und erwachsenen Lernenden, oft direkter Kontakt mit Ausbildungs-Betrieben.

Förderschule

Sonder-pädagogische Förderung. Förderschwerpunkte: Lernen, geistige Entwicklung, emotionale und soziale Entwicklung, körperlich-motorische Entwicklung, Sprache, Sehen, Hören.

Erwartetes Profil: sonder-pädagogische Lehramts-Befähigung oder vergleichbares Studium, hohe Kommunikations-Kompetenz, oft kleine Lerngruppen mit hoher Individual-Förderung.

Anschreiben-Beispiel: Quereinstieg als Lehrer an einer Berufsschule

Sehr geehrte Frau Schul-Direktorin Wagenfeld,

Ihre Stellenanzeige für eine Lehrkraft im Bereich Wirtschaft und Verwaltung am Berufskolleg Bremen-Mitte hat mich angesprochen. Ein Berufskolleg mit Schwerpunkten Bürokaufmann, Industriekaufmann und Steuerfachangestellte sowie Fach-Oberschule Wirtschaft und Verwaltung passt zu meiner beruflichen Vita als Diplom-Kaufmann mit zehn Jahren Praxis im Steuer-Bereich.

Nach Diplom in Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bremen (2014) war ich sieben Jahre als Steuerberater-Assistent in der Kanzlei Dr. Weber tätig und die letzten drei Jahre als selbstständiger Steuerberater mit Schwerpunkt mittelständische Mandant:innen. Parallel habe ich seit 2024 die berufsbegleitende pädagogische Qualifizierung für Lehrkräfte im Seiten-Einstieg an der Universität Hannover absolviert (im Frühjahr 2027 Abschluss geplant).

Während meiner beruflichen Tätigkeit war ich seit 2018 regelmäßig in der Ausbildung im Unternehmen aktiv: Praxisanleitung für Steuerfachangestellte, Berufsschul-Kontakt zur BBS Bremen-Bürgermeister-Smidt sowie Lehrauftrag „Steuerlehre für Mittelstand" an der DAA Bremen (2023 und 2024, je 32 Unterrichts-Stunden).

Was mich am Berufskolleg Bremen-Mitte reizt, ist die explizite Kombination aus Steuer-Spezialisierung in der Fach-Schule und allgemeiner Wirtschafts-Bildung. Meine Praxis-Erfahrung möchte ich didaktisch aufbereitet an junge Berufseinsteigende weitergeben, perspektivisch mit Eingang in die Lehrkräfte-Laufbahn und zweite Staatsprüfung.

Verfügbar bin ich ab dem 1. August 2026. Über eine Einladung zum Vorstellungs-Gespräch freue ich mich.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Stefan Brügmann

Lebenslauf-Schwerpunkte für Lehrkräfte

Der Lehrkräfte-Lebenslauf wirkt durch Lehramts-Befähigung, Fächer-Kombination und konkrete Schul-Erfahrung.

Studium und Referendariat prominent:

  • Lehramts-Studium an Universität (Lehramts-Form: Grundschule, Sek I, Sek II Gymnasium, Sek II Berufskolleg, sonder-pädagogisch)
  • Fächer-Kombination (z. B. „Deutsch und Geschichte für die Sek II")
  • Erste Staatsprüfung mit Note und Datum
  • Referendariat (Vorbereitungs-Dienst): Stamm-Schule und Ausbildungs-Seminar, Dauer
  • Zweite Staatsprüfung mit Note und Datum
  • Lehramts-Befähigung (Assessor:in des Lehramts)

Quereinsteigende und Seiteneinsteigende:

  • Hochschul-Abschluss (Diplom, Bachelor, Master) mit Studienfach
  • Pädagogische Qualifizierung (Lehrgang, Bildungs-Träger, Stunden, geplanter Abschluss)
  • Bisherige Lehr-Erfahrung (Lehraufträge, Praxisanleitung, externe Schulungen)

Schul-Stationen mit Konkretheit:

  • Schul-Form (Grundschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule, Berufskolleg, Förderschule)
  • Schul-Name mit Standort
  • Größe (Schüler:innen-Anzahl)
  • Eigene Aufgaben (Klassenlehrer-Funktion, Stufen-Koordination, Fachschaft, Schul-Entwicklungs-Projekte)
  • Klassen-Stufen und Lerngruppen-Größen

Fortbildungen und Zusatz-Qualifikationen:

  • Inklusions-Fortbildung
  • Differenzierungs-Konzepte
  • Digitale Bildung (Lernplattformen, IServ, itslearning, Moodle, Microsoft Teams Education, Apple Schoolwork)
  • Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)
  • Dyskalkulie
  • Hochbegabungs-Förderung
  • Begabungs-Förderung
  • Sprach-Förderung Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
  • Beratungs-Lehrkraft
  • Vertrauens-Lehrkraft
  • Schul-Mediation
  • Konflikt-Management
  • Fachschafts-Koordination

Bewerbungs-Verfahren je Bundesland

Lehrkräfte-Einstellung läuft in Deutschland über Bundesland-spezifische Online-Portale:

  • Nordrhein-Westfalen: LEO-NRW, gleichzeitig direkte Bewerbung bei der Schule möglich
  • Bayern: Online-Lehrer-Stellenausschreibungen über Kultusministerium
  • Baden-Württemberg: Lehrkräfte-Online-Bewerbungs-Portal
  • Niedersachsen: NIBIS-Online-Bewerbung
  • Berlin: Berliner Bewerbungs-Portal Lehrkräfte
  • Hamburg: Lehrkräfte-Bewerbungs-Portal
  • Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Schleswig-Holstein: jeweils eigene Portale oder zentrale Kultus-Ministerien

Wer in mehreren Bundesländern bewerben möchte, muss in jedem Bundesland separate Bewerbungen einreichen.

Häufige Fragen

Wie viel verdient ein Lehrer 2026?

Verbeamtete Lehrkraft: Grundschule A12 ca. 4.500 bis 5.700 Euro brutto (je nach Erfahrungs-Stufe, gleicher Brief-Wert seit 2023 in NRW, A13 in mehreren Ländern), Sek I A13 ca. 4.700 bis 6.000 Euro, Sek II Gymnasium und Berufskolleg A13/A14 ca. 4.800 bis 6.700 Euro. Tarif-Lehrkräfte (nicht verbeamtet) E11 bis E13 ca. 4.200 bis 6.000 Euro brutto, je nach Erfahrungs-Stufe und Eingruppierung.

Wie funktioniert Quereinstieg?

Hochschul-Abschluss in einem schul-relevanten Fach plus berufsbegleitende pädagogische Qualifizierung. Voraussetzungen je nach Bundesland unterschiedlich. Typischer Weg: Bewerbung bei einer Schule mit konkretem Bedarf, parallele Pädagogik-Schulung (oft 1 bis 2 Jahre), nach erfolgreichem Abschluss Übernahme in den Lehrkräfte-Status.

Brauche ich für die Verbeamtung das zweite Staatsexamen?

Praktisch ja in den meisten Bundesländern. Ohne zweite Staatsprüfung ist eine Verbeamtung schwierig. Quereinsteigende mit pädagogischer Qualifizierung erreichen oft eine unbefristete Tarif-Anstellung, aber selten Verbeamtung. Ausnahme: einige Bundesländer erlauben „Quereinsteiger-Verbeamtung" bei extrem hohem Mangel-Fach.

Wie unterscheide ich mich von anderen Bewerbenden?

Bei regulär ausgebildeten Lehrkräften: Fächer-Kombination, Referendariats-Schule mit Beurteilung, Schul-Profil-Affinität (z. B. inklusive Schule, MINT-Schule, Europa-Schule). Bei Quereinsteigenden: berufliche Praxis-Erfahrung als didaktische Ressource, klare pädagogische Qualifizierungs-Pfad.

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