Bewerbung nach Beruf
Bewerbung als Mediengestalter: Anschreiben & Lebenslauf
Bewerbung als Mediengestalter Digital und Print: Anschreiben-Muster, Lebenslauf-Schwerpunkte und Tipps für Agentur, Inhouse-Marketing und Druckerei.
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Kurz erklärt: Eine Bewerbung als Mediengestalter Digital und Print richtet sich nach Fachrichtung (Beratung und Planung, Konzeption und Visualisierung, Gestaltung und Technik) und Arbeitgeber-Typ (Werbeagentur, Inhouse-Marketing, Druckerei, Verlag, Web-Agentur). Das Anschreiben (rund 220 Wörter) nennt die Fachrichtung, Tools (Adobe Creative Cloud: Photoshop, Illustrator, InDesign, XD, After Effects, Premiere; Figma; Cinema 4D), Gestaltungs-Schwerpunkte (Print, Web, Bewegtbild, Branding) und Portfolio-Link. Im Lebenslauf zählen Agentur- oder Inhouse-Stationen, Kunden-Marken, Tool-Stack und ein gepflegtes Online-Portfolio.
Drei Fachrichtungen und ihre Bewerbungs-Logiken
Mediengestalter Digital und Print hat seit 2007 drei Fachrichtungen.
Beratung und Planung
Schnittstelle zwischen Kunden und Kreation. Briefing-Annahme, Konzept-Entwicklung, Projekt-Steuerung, Kalkulation, Präsentation. Typische Arbeitgeber: Werbeagenturen, Marketing-Abteilungen.
Erwartetes Profil: Projektmanagement-Fähigkeiten, Kunden-Kommunikation, betriebs-wirtschaftliches Grundverständnis, Tool-Routine in Office und Asana/Trello/Jira.
Konzeption und Visualisierung
Kreative Konzept-Arbeit. Moodboards, Wireframes, Layouts, Storyboards für Bewegtbild, Markenführung. Typische Arbeitgeber: Werbe- und Designagenturen mit Konzept-Schwerpunkt.
Erwartetes Profil: Kreativ-Tools (Adobe Creative Cloud, Figma), starkes Auge für Komposition und Typografie, Konzept-Denken, Portfolio mit Konzept-Strecken.
Gestaltung und Technik
Klassisches Reinzeichner-Profil. Umsetzung von Konzepten in finale Print- oder Digital-Dateien. Reinzeichnung, Druck-Vorbereitung, Web-Umsetzung, Animation. Typische Arbeitgeber: Werbeagenturen, Druckereien, Verlage, Web-Agenturen, Inhouse-Marketing.
Erwartetes Profil: hohe Tool-Routine (Photoshop, Illustrator, InDesign, XD, Figma), Druck-Vorstufe-Kenntnisse (PDF/X, CMYK, Beschnitt, Überdrucken), HTML/CSS-Grundlagen, Bildbearbeitung, Animations-Grundlagen.
Anschreiben-Beispiel: Mediengestalterin Digital und Print für Werbeagentur
Sehr geehrter Herr Janssen,
Ihre Stellenanzeige für eine Mediengestalterin Digital und Print bei der Agentur Bremenfeld in Bremen-Schwachhausen hat mich angesprochen. Eine Agentur mit klarem Branding-Schwerpunkt und Kunden wie der Bremer Landesbank und der Wirtschaftsförderung Bremen, mit klarem Designsystem-Denken, ist genau das Umfeld, in dem ich nach drei Jahren in einer Druckerei wieder konzeptionell arbeiten möchte.
Seit 2022 bin ich als Mediengestalterin Digital und Print bei der Druckerei Asendorf KG in Bremen-Hemelingen tätig. Mein Aufgabenbereich umfasst Reinzeichnung von Kundenlayouts (Geschäftsausstattung, Broschüren, Außenwerbung), Druck-Vorstufe (PDF/X-4-Erstellung, CMYK-Konvertierung, Sonderfarben-Trennung) sowie kleinere Eigen-Gestaltungen für Stammkunden. Pro Woche bearbeite ich durchschnittlich 12 bis 18 Aufträge.
Tool-seitig arbeite ich täglich mit Adobe Photoshop, Illustrator und InDesign (Creative Cloud 2026). Figma nutze ich seit zwei Jahren für eigene Konzept-Übungen und kleine Web-Layouts. Cinema 4D Lite und After Effects kenne ich aus der Ausbildung und einer Eigen-Initiative für animierte Social-Posts.
Mein Portfolio (folio.lina-westphal.de) zeigt aktuell 12 ausgewählte Arbeiten, davon vier Branding-Konzepte aus Eigen-Initiative und Hochschule-Praktikum.
Was mich an Bremenfeld anspricht, ist die explizite Konzept- und Branding-Tiefe sowie die Aussicht, in der Konzeption-Visualisierung zu wachsen.
Verfügbar bin ich ab dem 1. Oktober 2026. Über eine Einladung freue ich mich.
Mit freundlichen Grüßen
Lina Westphal
Lebenslauf-Schwerpunkte für Mediengestalter
Der Mediengestalter-Lebenslauf wirkt durch Tool-Stack, Kunden-Marken und vor allem das verlinkte Online-Portfolio.
Bei jeder Station nenne:
- Agentur, Druckerei, Verlag, Inhouse-Marketing-Abteilung
- Größe (Mitarbeiterzahl, Kunden-Mix)
- Fachrichtung-Schwerpunkt (Beratung, Konzeption, Gestaltung)
- Branchen-Schwerpunkt (B2B, B2C, Mode, Auto, Pharma, NGO)
- Konkrete Kunden-Marken (wenn NDA es erlaubt)
- Aufgaben-Anteil (z. B. „70 Prozent Reinzeichnung, 20 Prozent Konzept, 10 Prozent Animation")
Tool-Stack konkret nennen:
- Adobe Creative Cloud (Photoshop, Illustrator, InDesign, XD, After Effects, Premiere Pro, Lightroom)
- Figma, Sketch
- 3D: Cinema 4D, Blender
- Animation: After Effects, Lottie, Rive
- Web: HTML, CSS, JavaScript-Grundlagen
- Office: Microsoft 365, Google Workspace
- PM: Asana, Trello, Jira, Notion
- Versionskontrolle: Git (bei Web-affinen Stellen)
Portfolio-Link prominent platzieren:
- Eigene Domain (z. B. lina-westphal.de) wirkt professioneller als Behance- oder Dribbble-Link
- Behance und Dribbble als Zweit-Plattformen sinnvoll
- Portfolio sollte 10 bis 20 ausgewählte Arbeiten zeigen, nicht das gesamte Archiv
Ausbildung detailliert:
- IHK-Prüfung mit Note und Datum
- Ausbildungsbetrieb (Agentur oder Druckerei)
- Schwerpunkt (Print, Digital, oder Mischung)
Zusatz-Qualifikationen:
- Adobe Certified Professional
- Figma Professional Certificate
- UX/UI-Weiterbildung
- Tech-Stack-Erweiterung (WordPress, Webflow, Shopify)
- Animationskurse
- Englisch B2 (für internationale Marken-Arbeit)
Portfolio als Bewerbungs-Filter
Das Portfolio ist im Gestaltungs-Beruf wichtiger als das Anschreiben. Agentur-Inhaber und Art-Direktoren scannen Portfolios in 30 bis 60 Sekunden.
Empfehlungen für ein starkes Portfolio:
- Erste drei Arbeiten müssen die besten sein (Scan-Logik)
- Jede Arbeit mit Kontext (Kunde, Aufgabe, Lösung, ggf. Rolle im Team)
- Saubere Detail-Ansichten statt nur Mockups
- Konzept-Strecken zeigen den Denkprozess (Moodboard, Skizzen, Iterationen, Endergebnis)
- Druck-Arbeiten mit Foto-Mockups in realer Umgebung
- Mobile-First-Layout für das Portfolio selbst
Wer als Mediengestalter ohne öffentliches Portfolio bewirbt, verschenkt die wichtigste Bewerbungs-Komponente.
Häufige Fragen
Welche Fachrichtung lohnt sich 2026 am meisten?
Konzeption und Visualisierung sowie Gestaltung und Technik mit digitalem Schwerpunkt (UX/UI, Webdesign, Bewegtbild) sind die wachsenden Felder. Reines Print-Profil bleibt nachgefragt in Druckereien und im klassischen Verlag, ist aber gehaltlich begrenzter.
Wie viel verdient ein Mediengestalter 2026?
Sehr breite Spanne. Berufseinsteiger nach Ausbildung: 2.300 bis 2.800 Euro brutto in Druckereien und kleinen Agenturen, 2.700 bis 3.300 Euro in mittelständischen Agenturen. Mit drei Jahren Erfahrung 3.000 bis 3.800 Euro, mit Konzept- oder UX/UI-Spezialisierung 3.800 bis 5.000 Euro. Inhouse-Marketing-Abteilungen großer Konzerne zahlen oft 15 bis 25 Prozent über Agentur-Niveau.
Soll ich mein Behance- oder Dribbble-Profil im Lebenslauf verlinken?
Ja, beide sind etablierte Plattformen. Behance ist Konzept-stark, Dribbble eher Detail-Verliebt. Wer eigene Domain hat, verlinkt zuerst die eigene Domain und dann Behance/Dribbble als Zweit-Plattformen.
Wie geht eine Quereinsteiger-Bewerbung ohne Ausbildung?
Über das Portfolio. Wer aus einer anderen Branche kommt und Mediengestaltung autodidaktisch oder über Online-Akademien (z. B. Designerdock, video2brain, Domestika, Skillshare) gelernt hat, kann sich bei kleineren Agenturen oder Startups bewerben. Größere Agenturen erwarten meist IHK-Abschluss oder Design-Studium.
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