Glossar

Duales Studium

Das duale Studium verbindet Hochschulstudium mit Praxis im Unternehmen. Welche Modelle es gibt und wie du dich erfolgreich bewirbst.

Definition

Ein duales Studium ist eine Studienform, die ein vollwertiges Hochschulstudium mit intensiven Praxisphasen in einem Unternehmen verbindet. Du studierst also nicht nur an einer Hochschule, sondern arbeitest parallel als Praxispartner-Mitarbeiter und erhältst dafür eine monatliche Vergütung.

Kurz erklärt: Ein duales Studium ist eine Studienform, die ein vollwertiges Hochschulstudium mit intensiven Praxisphasen in einem Unternehmen verbindet. Du studierst also nicht nur an einer Hochschule, sondern arbeitest parallel als Praxispartner-Mitarbeiter und erhältst dafür eine monatliche Vergütung.

Was bedeutet duales Studium?

Ein duales Studium kombiniert zwei Lernorte: die Hochschule und das Unternehmen. Statt ausschließlich Vorlesungen zu besuchen, wechselst du in festen Rhythmen zwischen Theoriephasen an der Hochschule und Praxisphasen im Betrieb. Diese Verzahnung ist der Kern der Studienform und unterscheidet sie deutlich vom klassischen Vollzeitstudium, bei dem Praxis nur über freiwillige Praktika oder eine Werkstudenten-Tätigkeit hinzukommt.

Am Ende steht in der Regel ein Bachelor-Abschluss, in manchen Modellen zusätzlich ein anerkannter Ausbildungsabschluss. Das duale Studium gilt als besonders praxisnah, weil du das im Hörsaal Gelernte unmittelbar im Betrieb anwendest. Genau das macht es für viele Abiturienten zu einer attraktiven Alternative zum reinen Studium oder zur klassischen Berufsausbildung.

Wichtig ist die Doppelrolle: Du bist gleichzeitig immatrikulierter Student und Mitarbeiter eines Unternehmens. Das bringt Pflichten mit sich, etwa feste Arbeitszeiten in den Praxisphasen, aber auch Vorteile wie ein geregeltes Einkommen und einen sehr direkten Weg in den Beruf.

Die vier Modelle des dualen Studiums

Duales Studium ist nicht gleich duales Studium. Je nach Vorerfahrung und Ziel kommen vier Modelle infrage:

  • Ausbildungsintegrierend: Du absolvierst parallel zum Studium eine vollwertige Berufsausbildung mit IHK-Abschluss. Am Ende hältst du zwei Abschlüsse in der Hand, den Bachelor und einen Gesellenbrief beziehungsweise IHK-Abschluss. Dieses Modell ist anspruchsvoll, weil du beide Prüfungssysteme parallel bedienst, aber besonders wertvoll für den Lebenslauf.
  • Praxisintegrierend: Du verbindest dein Studium mit langen Praxisphasen im Unternehmen, legst aber keine separate Ausbildungsprüfung ab. Du erwirbst also nur den akademischen Abschluss, sammelst dabei jedoch sehr viel echte Berufserfahrung. Das ist das verbreitetste Modell an der DHBW.
  • Berufsintegrierend: Dieses Modell richtet sich an bereits Berufstätige. Du studierst in Teilzeit neben deinem Job, der inhaltlich zum Studium passt. Arbeitgeber und Hochschule sind dabei eng abgestimmt.
  • Berufsbegleitend: Hier studierst du abends und am Wochenende neben einem Vollzeit-Job. Anders als beim berufsintegrierenden Modell muss der Job nicht zwingend zum Studieninhalt passen. Diese Variante verlangt sehr viel Selbstdisziplin.

Die ersten beiden Modelle sprechen typischerweise Schulabgänger an, die letzten beiden eher Menschen, die schon im Berufsleben stehen und sich akademisch weiterqualifizieren wollen.

Anbieter und beliebte Studiengänge

Duale Studiengänge werden in Deutschland von verschiedenen Hochschultypen angeboten. Die bekanntesten sind:

  • Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW): Die DHBW ist der größte und älteste Anbieter und hat das Modell stark geprägt. Der Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen erfolgt hier meist im Drei-Monats-Rhythmus.
  • Berufsakademien: In mehreren Bundesländern übernehmen Berufsakademien eine ähnliche Rolle wie die DHBW und arbeiten eng mit regionalen Unternehmen zusammen.
  • Fachhochschulen mit dualen Studiengängen: Viele Hochschulen für angewandte Wissenschaften bieten neben dem klassischen Studium auch duale Varianten an.
  • Private Hochschulen: Anbieter wie die IU, die FOM und die IUBH haben ein breites Angebot an dualen Programmen, oft mit flexiblen Standorten und Online-Anteilen.

Bei den Fächern dominieren wirtschaftliche und technische Richtungen. Besonders gefragt sind BWL, Wirtschaftsinformatik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen, Soziale Arbeit, Informatik und Pflege. Welcher Studiengang zu dir passt, hängt von deinen Interessen ab, aber auch davon, welche Praxispartner in deiner Region duale Plätze in diesem Fach anbieten.

Bewerbung, Auswahlverfahren und Vergütung

Die Bewerbung um einen dualen Studienplatz läuft zweistufig ab. Zuerst bewirbst du dich beim Unternehmen, also beim späteren Praxispartner. Erst wenn du dort einen Vertrag hast, folgt die Einschreibung an der zugehörigen Hochschule. Das Unternehmen ist somit dein wichtigstes Tor zum dualen Studium.

Plane viel Vorlauf ein: Die Bewerbungsfristen liegen oft schon 12 bis 15 Monate vor dem Studienstart. Wer im Oktober beginnen will, sollte sich also bereits im Spätsommer oder Herbst des Vorjahres bewerben. Tipps zum passenden Anschreiben findest du im Ratgeber Anschreiben für Praktikum und Ausbildung.

Das Auswahlverfahren ähnelt dem von Trainee-Programmen und ist mehrstufig. Üblich sind:

  1. Online-Test mit Aufgaben zu Logik, Mathematik, sprachlichem Verständnis und teils Englisch.
  2. Assessment Center mit Gruppenübungen, Präsentationen und Fallaufgaben. Wie du dich darauf vorbereitest, erklärt der Beitrag zum Assessment Center.
  3. Vorstellungsgespräch mit der Personalabteilung und oft dem späteren Fachbereich.

Finanziell ist das duale Studium attraktiv. Du erhältst während des gesamten Studiums eine monatliche Ausbildungsvergütung vom Unternehmen, meist im Bereich von 1.000 bis 1.500 Euro. Viele Praxispartner übernehmen zusätzlich die Studiengebühren, gerade an privaten Hochschulen. Damit finanzierst du dein Studium selbst und startest ohne Schulden ins Berufsleben.

Vorteile, Nachteile und Anforderungen

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das Studium ist praxisnah und vergütet, die Übernahmequote nach dem Abschluss ist hoch und du gelangst sehr schnell in den Beruf. Wer nach dem Bachelor übernommen wird, spart sich die oft aufwendige Phase des Berufseinstiegs nach dem Studium, weil das Unternehmen dich bereits kennt.

Es gibt aber auch Nachteile. Die Belastung ist hoch, denn echte Semesterferien gibt es kaum, da du in der vorlesungsfreien Zeit im Betrieb arbeitest. Du legst dich zudem früh auf Beruf und Unternehmen fest und bist während des Studiums vertraglich an deinen Praxispartner gebunden. Ein Wechsel ist deutlich aufwendiger als beim klassischen Studium.

Bei den Anforderungen erwarten die meisten Anbieter das Abitur oder die Fachhochschulreife, dazu gute Noten und häufig ein Vorpraktikum im angestrebten Bereich. Soft Skills wie Belastbarkeit, Selbstorganisation und Teamfähigkeit sind entscheidend, weil du Studium und Job dauerhaft unter einen Hut bringen musst.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ausbildungsintegrierendem und praxisintegrierendem Studium?

Beim ausbildungsintegrierenden Modell legst du zusätzlich zum Bachelor eine vollwertige Ausbildungsprüfung mit IHK-Abschluss ab und hast am Ende zwei Abschlüsse. Beim praxisintegrierenden Modell erwirbst du nur den akademischen Abschluss, sammelst dafür aber lange Praxisphasen im Unternehmen ohne separate Ausbildungsprüfung.

Wie viel verdient man im dualen Studium?

Üblich ist eine monatliche Ausbildungsvergütung von etwa 1.000 bis 1.500 Euro während des gesamten Studiums. Die genaue Höhe hängt von Branche, Unternehmen und Studienjahr ab. Viele Praxispartner übernehmen zusätzlich die Studiengebühren, was den finanziellen Vorteil weiter erhöht.

Wann muss ich mich für ein duales Studium bewerben?

Sehr früh. Die Bewerbungsfristen liegen häufig 12 bis 15 Monate vor dem Studienstart. Wer zum Herbst beginnen möchte, sollte sich im Jahr davor bewerben. Da du dich zuerst beim Unternehmen bewirbst und erst danach an der Hochschule einschreibst, ist der lange Vorlauf wichtig.

Lohnt sich ein duales Studium gegenüber einer Ausbildung?

Das hängt von deinem Ziel ab. Ein duales Studium führt zu einem akademischen Abschluss und höheren Einstiegschancen in Fach- und Führungspositionen, verlangt aber Abitur oder Fachhochschulreife und mehr Eigenleistung. Eine klassische Berufsausbildung ist kürzer, weniger theorielastig und auch ohne Abitur zugänglich.

Mehr zum Start ins Berufsleben findest du im Ratgeber Berufseinstieg nach dem Studium. Für die Bewerbung beim Praxispartner hilft dir bewerbung.express: aus Lebenslauf und Stellenanzeige entsteht ein passgenauer Entwurf in 90 Sekunden, ab 4 Euro. Pay-per-Use, kein Konto.

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