Glossar
Bachelorzeugnis
Das Bachelorzeugnis dokumentiert deinen Bachelorabschluss. Welche Komponenten es enthält und wie du es in der Bewerbung einsetzt.
Definition
Das Bachelorzeugnis ist das offizielle Abschluss-Dokument nach einem erfolgreich absolvierten Bachelor-Studium an einer deutschen Hochschule. Es besteht aus mehreren Bestandteilen, darunter Bachelor-Urkunde, Notenübersicht und Diploma Supplement, und ist in Bewerbungen für Berufseinsteiger:innen ein zentraler Nachweis der akademischen Qualifikation.
Kurz erklärt: Das Bachelorzeugnis ist das offizielle Abschluss-Dokument nach einem erfolgreich absolvierten Bachelor-Studium an einer deutschen Hochschule. Es besteht aus mehreren Bestandteilen, darunter Bachelor-Urkunde, Notenübersicht und Diploma Supplement, und ist in Bewerbungen für Berufseinsteiger:innen ein zentraler Nachweis der akademischen Qualifikation.
Was bedeutet Bachelorzeugnis?
Das Bachelorzeugnis, auch Bachelor-Urkunde, Bachelor of Arts/Science Zeugnis oder international Bachelor Degree Certificate genannt, dokumentiert den erfolgreich erworbenen ersten akademischen Grad. Es wird von der Hochschule nach bestandener Bachelor-Thesis und allen Modulprüfungen ausgestellt und bescheinigt dir den Titel sowie deine Gesamtleistung im Studium.
Anders als das Abiturzeugnis ist das Bachelorzeugnis kein einzelnes Blatt, sondern ein Dokumenten-Paket. Es enthält je nach Hochschule mehrere Urkunden und Übersichten, die zusammen das vollständige Abschluss-Zeugnis bilden. Seit der Bologna-Reform ist die Form weitgehend standardisiert, sodass Arbeitgeber:innen und ausländische Hochschulen die Qualifikation einordnen können.
In Bewerbungen ist das Bachelorzeugnis besonders für Berufseinsteiger:innen relevant. Es ersetzt häufig die Schul-Zeugnisse als wichtigsten Nachweis der Qualifikation und entscheidet mit über die Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Bestandteile eines vollständigen Bachelorzeugnisses
Ein komplettes Bachelorzeugnis umfasst in der Regel vier bis fünf Komponenten:
- Bachelor-Urkunde: Die formelle Verleihungs-Urkunde mit dem akademischen Grad (Bachelor of Arts, Bachelor of Science, Bachelor of Engineering oder Bachelor of Laws). Sie nennt deinen Namen, das Studienfach und das Datum der Verleihung.
- Zeugnis mit Endnote: Die Übersicht über die erreichte Gesamtnote, meist auf eine Nachkomma-Stelle genau, sowie die offizielle Notenverteilung deines Jahrgangs.
- Diploma Supplement: Eine englischsprachige Ergänzung, die seit der Bologna-Reform Pflicht ist. Sie beschreibt den Studiengang, die Hochschule und das deutsche Hochschulsystem für internationale Arbeitgeber:innen.
- Transcript of Records: Die detaillierte Notenübersicht aller belegten Module, Prüfungen und Leistungen während des Studiums.
- ECTS-Punkte gesamt: Je nach Studienform erreichst du zwischen 180 und 240 ECTS-Credits. Ein dreijähriges Bachelor-Studium entspricht typischerweise 180 ECTS, ein vierjähriges 240 ECTS.
Diese Komponenten werden meist gemeinsam ausgehändigt. Solltest du nur Teile davon erhalten haben, kannst du das Prüfungsamt um die fehlenden Dokumente bitten, bevor du dich bewirbst.
Die deutsche Notenskala im Bachelorzeugnis
Die Notenvergabe folgt einer einheitlichen Skala, die für alle deutschen Hochschulen verbindlich ist:
- 1,0 bis 1,5 = sehr gut
- 1,6 bis 2,5 = gut
- 2,6 bis 3,5 = befriedigend
- 3,6 bis 4,0 = ausreichend
- 4,1 und schlechter = nicht bestanden
Zusätzlich gibt es Spezial-Bezeichnungen für besonders herausragende Leistungen. Der Zusatz "mit Auszeichnung" wird häufig ab einer Note von 1,2 oder besser vergeben, wobei jede Prüfungsordnung eigene Grenzen festlegt. Auszeichnungen wie "Best of Year" oder Fakultätspreise erscheinen ebenfalls auf dem Zeugnis und sind im Lebenslauf erwähnenswert.
Bei Bewerbungen im Ausland brauchst du oft eine Umrechnung in die jeweilige internationale Skala. In den USA wird die deutsche Note in das GPA-System (0,0 bis 4,0) übertragen, im UK-System in Classifications wie "First Class Honours". Das Diploma Supplement hilft dabei, die deutsche Note korrekt einzuordnen.
Anwendung in der Bewerbung
Das Bachelorzeugnis gehört in den Anhang deiner Bewerbungs-Mappe, direkt nach Anschreiben und Lebenslauf. Lege es vollständig bei, also Bachelor-Urkunde, Zeugnis und Notenverteilung. Das Transcript of Records ist vor allem bei akademischen Stellen wichtig, etwa bei wissenschaftlichen Mitarbeiter:innen-Positionen oder Promotionen.
Bei internationalen Bewerbungen ist das Diploma Supplement Pflicht. Es übersetzt deine Qualifikation in einen für ausländische Personalabteilungen verständlichen Kontext und erklärt das deutsche Notensystem.
Im Lebenslauf gibst du den Bachelor mit folgenden Angaben an:
- Hochschule und Standort
- Studienfach und genaue Bezeichnung des Abschlusses
- Studienzeitraum und Abschluss-Datum
- Endnote (z. B. "Note: 1,8 – gut")
- Schwerpunkt-Module oder Vertiefungs-Richtungen
- Thema der Bachelor-Thesis mit Note und Betreuer:in
Beispiel: "Bachelor of Science, Wirtschaftsinformatik, Universität Mannheim, 10/2021 bis 09/2024, Note: 1,7. Vertiefung: Data Analytics. Bachelor-Thesis: 'Predictive Maintenance in der Automobilindustrie' (Note 1,3, Prof. Dr. Müller)."
Wann das Bachelorzeugnis beilegen und wann nicht
Die Frage, ob du das vollständige Zeugnis beilegen musst, hängt von deiner Karrierephase ab:
- Berufseinsteiger:innen: Hier ist das Bachelorzeugnis zwingend erforderlich. Auch fünf bis zehn Jahre nach Abschluss wird es in den meisten Branchen noch erwartet.
- Senior-Bewerbungen: Bei langjähriger Berufserfahrung reicht oft die Endnote im Lebenslauf. Das vollständige Zeugnis ist nur auf Anforderung nötig.
- Quereinsteiger:innen: Hier kommt es auf Branche und Funktion an. Im öffentlichen Dienst und in regulierten Branchen wird das Zeugnis fast immer verlangt, in kreativen Berufen oder Start-ups oft nicht.
Für Werkstudent:innen-Stellen und Praktika während des Studiums brauchst du das Zeugnis natürlich noch nicht. Hier reicht eine Immatrikulations-Bescheinigung mit aktuellem Notenspiegel.
Wichtige Beilagen neben dem Bachelorzeugnis
Gerade bei Berufseinsteiger:innen ergänzt du das Bachelorzeugnis sinnvoll mit weiteren Nachweisen:
- Praktikums-Bescheinigungen mit Zeitraum, Aufgabenfeld und idealerweise einer Bewertung
- Werkstudent:innen-Tätigkeiten mit Tätigkeitsfeld und Dauer
- Auslands-Semester mit Hochschule, Studienleistungen und ECTS-Punkten
- Zertifikate über zusätzliche Weiterbildungen, Sprach-Kurse oder Software-Schulungen
Diese Dokumente zeigen, dass du dein Studium praktisch ergänzt hast, was bei vielen Arbeitgeber:innen mehr Gewicht hat als eine reine Top-Note. Wie du diese Erfahrungen optimal darstellst, erfährst du im Ratgeber zur Darstellung von Praktika und Werkstudent:innen-Tätigkeiten.
Häufige Fragen
Ist das Bachelorzeugnis in der Bewerbung Pflicht?
Rechtlich verpflichtend ist das Zeugnis nicht, aber faktisch bei fast allen Stellen, die einen Bachelor-Abschluss voraussetzen. Wer das Zeugnis nicht beilegt, riskiert eine Absage, weil Personalabteilungen die angegebene Qualifikation nicht prüfen können. Wenn das Zeugnis zum Bewerbungszeitpunkt noch nicht vorliegt, lege eine vorläufige Bescheinigung des Prüfungsamtes bei.
Was steht im Diploma Supplement?
Das Diploma Supplement beschreibt auf Englisch das deutsche Hochschulsystem, deinen Studiengang, die Lehrinhalte, die Lernergebnisse und das Notensystem. Es ist seit der Bologna-Reform verpflichtend und macht deinen Abschluss international vergleichbar. Bei Bewerbungen im Ausland oder bei deutschen Niederlassungen internationaler Unternehmen solltest du es immer beilegen.
Wie lange ist das Bachelorzeugnis in der Bewerbung relevant?
In den ersten fünf bis zehn Jahren nach Abschluss ist das Zeugnis ein zentraler Nachweis. Danach rückt die Berufserfahrung in den Vordergrund, und die Endnote im Lebenslauf reicht meist aus. Für Bewerbungen im öffentlichen Dienst oder in akademischen Berufen bleibt das vollständige Zeugnis aber dauerhaft relevant. Mehr dazu liest du im Ratgeber zur Bewerbung im öffentlichen Dienst.
Brauche ich beglaubigte Kopien meines Bachelorzeugnisses?
Für Online-Bewerbungen reichen einfache Scans im PDF-Format. Beglaubigte Kopien werden meist erst nach der Einstellungs-Zusage verlangt, etwa für die Personalakte. Im öffentlichen Dienst und bei manchen großen Konzernen kann eine beglaubigte Kopie schon im Bewerbungsverfahren gefordert werden. Beglaubigungen erhältst du bei der Hochschule, beim Bürgeramt oder bei Notar:innen.
Mehr zum Thema findest du im vertiefenden Ratgeber zum Berufseinstieg nach dem Studium. Mit bewerbung.express erstellst du Anschreiben und Lebenslauf, die perfekt zu deinem Bachelorzeugnis passen.
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