Glossar

Nachfassen

Nachfassen bedeutet, nach der Bewerbung höflich nach dem Stand zu fragen. Wann und wie du es richtig machst.

Definition

Nachfassen bedeutet, nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch höflich beim Arbeitgeber nach dem aktuellen Stand zu fragen. Auch Nachhaken oder Follow-up genannt, hält es deine Bewerbung präsent und zeigt Motivation, sollte aber freundlich, kurz und nicht fordernd ausfallen.

Kurz erklärt: Nachfassen bedeutet, nach einer Bewerbung oder einem Vorstellungsgespräch höflich beim Arbeitgeber nach dem aktuellen Stand zu fragen. Auch Nachhaken oder Follow-up genannt, hält es deine Bewerbung präsent und zeigt Motivation, sollte aber freundlich, kurz und nicht fordernd ausfallen.

Was bedeutet Nachfassen?

Nachfassen, im Bewerbungsalltag auch Nachhaken oder mit dem englischen Begriff Follow-up bezeichnet, meint eine höfliche Rückfrage beim Arbeitgeber nach dem Stand deiner Bewerbung oder nach einem geführten Vorstellungsgespräch. Du erkundigst dich, ob deine Unterlagen angekommen sind, wie weit der Auswahlprozess fortgeschritten ist und ob bereits eine Entscheidung absehbar ist.

Der Sinn dahinter ist nicht, Druck aufzubauen, sondern Interesse zu zeigen. Personalverantwortliche bearbeiten oft viele Bewerbungen parallel, und eine freundliche Nachricht zur richtigen Zeit hält deine Bewerbung präsent. Richtig dosiert signalisiert das Nachfassen Engagement und Verbindlichkeit. Falsch eingesetzt, also zu früh oder zu oft, wirkt es dagegen schnell aufdringlich und kann den Eindruck ins Gegenteil verkehren.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Dankes-Mail nach einem Vorstellungsgespräch. Diese schickst du idealerweise am Folgetag des Gesprächs und bedankst dich darin für das Gespräch und die Zeit. Das Nachfassen ist davon getrennt und erfolgt erst deutlich später, wenn die genannte Entscheidungsfrist verstrichen ist.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Nachfassen?

Der Zeitpunkt entscheidet darüber, ob dein Nachfassen souverän oder ungeduldig wirkt. Als Faustregeln haben sich folgende Fristen bewährt.

  • Nach der Bewerbung: Warte etwa zwei bis drei Wochen ohne jede Rückmeldung ab, bevor du nachfasst. Vorher ist die Bewerbung in vielen Unternehmen noch gar nicht vollständig gesichtet.
  • Nach dem Vorstellungsgespräch: Hier orientierst du dich an der genannten Entscheidungsfrist. Hat der Arbeitgeber gesagt, dass du in zwei Wochen Bescheid bekommst, fasse erst rund eine Woche nach Ablauf dieser Frist nach, also nicht direkt am Tag danach.
  • Bei einer konkreten Zusage zum Rückmeldetermin: Nenne in deiner Nachricht ruhig den genannten Termin als Bezugspunkt, das wirkt sachlich und gut vorbereitet.

Vermeide es, mehrfach hintereinander nachzufassen. Ein einziges höfliches Nachhaken ist angemessen. Bleibt auch danach eine Reaktion aus, kannst du nach einer weiteren angemessenen Wartezeit ein zweites Mal nachfragen, mehr aber nicht. Mehr zur konkreten Vorgehensweise findest du im Ratgeber Bewerbung nachfassen und nachhaken.

Telefonisch oder per E-Mail nachfassen?

Beide Kanäle sind üblich und haben ihre eigenen Stärken. Welcher passt, hängt von der Unternehmenskultur und von deinem eigenen Auftreten ab.

Telefonisch nachfassen zeigt besonders viel Engagement und Persönlichkeit. Du erhältst oft sofort eine Auskunft und kannst direkt auf Rückfragen reagieren. Der Anruf erfordert aber gute Vorbereitung: Überlege dir vorab, was du sagen willst, halte deine Eckdaten bereit und frage zunächst, ob es gerade passt. Achte auf einen freundlichen, ruhigen Ton und akzeptiere es, wenn die ansprechende Person noch keine Auskunft geben kann.

Per E-Mail nachfassen ist die weniger aufdringliche Variante und hat den Vorteil, dass alles dokumentiert ist. Die ansprechende Person kann in Ruhe antworten, wenn es zeitlich passt. Eine E-Mail eignet sich besonders, wenn du unsicher bist, ob ein Anruf willkommen wäre, oder wenn der Kontakt bisher rein schriftlich lief.

Hast du im Bewerbungsprozess eine konkrete Ansprechperson kennengelernt, etwa im Vorstellungsgespräch, richte deine Nachfrage direkt an diese Person. Das wirkt persönlicher als eine anonyme Sammeladresse.

So formulierst du eine Nachfass-E-Mail

Die Tonalität entscheidet. Halte die Nachricht freundlich, kurz und nicht fordernd. Drei Bausteine gehören hinein: ein Bezug auf deine Bewerbung oder das Gespräch, eine höfliche Frage nach dem Sachstand und eine Bekräftigung deines Interesses an der Stelle.

Eine bewährte Struktur sieht so aus:

Sehr geehrte Frau Muster,

am 5. Mai habe ich mich auf die Stelle als Projektassistenz bei Ihnen beworben. Da ich großes Interesse an der Position habe, würde ich mich freuen, etwas über den aktuellen Stand des Auswahlverfahrens zu erfahren.

Gerne stehe ich für Rückfragen oder ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Vielen Dank für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen

Nach einem Vorstellungsgespräch verschiebst du den Bezug entsprechend: Du verweist auf das Gespräch vom soundsovielten, bekräftigst, dass dich der Austausch in deinem Interesse bestärkt hat, und fragst höflich, ob bereits eine Entscheidung getroffen wurde. Verzichte auf Formulierungen, die Druck erzeugen, etwa auf Hinweise zu anderen Angeboten, sofern diese nicht tatsächlich konkret vorliegen.

Nutzen und Risiken im Überblick

Richtig eingesetzt bringt das Nachfassen mehrere Vorteile. Es hält deine Bewerbung im Gedächtnis der ansprechenden Person, unterstreicht deine Motivation und kann in manchen Fällen eine Entscheidung beschleunigen, weil dein Vorgang wieder auf den Tisch kommt. Gerade in Verfahren mit vielen Bewerbungen kann ein freundliches Nachhaken den Ausschlag geben, überhaupt erneut betrachtet zu werden.

Dem stehen klare Risiken gegenüber, wenn du das Timing oder den Ton verfehlst. Fasst du zu früh nach, wirkst du ungeduldig. Fasst du zu oft nach, wirkst du aufdringlich und belastest den Eindruck, den deine Unterlagen hinterlassen haben. Die Kunst liegt also in der Dosierung: ein gut getimtes, freundliches Nachfassen, im Zweifel lieber eines weniger als eines zu viel.

Ordne das Nachfassen außerdem in den gesamten Ablauf ein. Es ist ein Baustein im Bewerbungsverfahren und sollte zu deinem übrigen Auftreten passen. Wie du dich auf das vorgelagerte Gespräch optimal vorbereitest, liest du im Ratgeber zur Vorstellungsgespräch-Vorbereitung.

Häufige Fragen

Wie lange soll ich nach der Bewerbung warten, bevor ich nachfasse?

Etwa zwei bis drei Wochen, wenn du keinerlei Rückmeldung erhalten hast. In dieser Zeit sichten viele Unternehmen die eingegangenen Unterlagen noch. Ein Nachfassen davor wirkt häufig ungeduldig. Hat die Stellenanzeige eine konkrete Bearbeitungsfrist genannt, richte dich danach.

Ist Nachfassen per Telefon oder E-Mail besser?

Beides ist möglich. Telefonisch wirkst du engagierter und bekommst oft sofort eine Antwort, brauchst aber Vorbereitung und ein gutes Gespür für den richtigen Moment. Per E-Mail bist du weniger aufdringlich, alles ist dokumentiert und die ansprechende Person kann in Ruhe antworten. Lief der bisherige Kontakt schriftlich, bleibt die E-Mail die naheliegende Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen Nachfassen und einer Dankes-Mail?

Die Dankes-Mail schickst du idealerweise am Tag nach dem Vorstellungsgespräch und bedankst dich für das Gespräch. Das Nachfassen ist eine separate, spätere Nachricht, mit der du nach Ablauf der Entscheidungsfrist nach dem Stand fragst. Verwechsle beide nicht und schicke die Dankes-Mail nicht als Ersatz fürs Nachfassen.

Wirkt Nachfassen aufdringlich?

Nur wenn du es zu früh oder zu oft tust. Ein einmaliges, freundlich und kurz formuliertes Nachhaken zum richtigen Zeitpunkt wird in aller Regel positiv aufgenommen und als Zeichen von Interesse gewertet. Wichtig sind ein nicht fordernder Ton und realistische Geduld.

Mehr zum Thema findest du im vertiefenden Ratgeber Bewerbung nachfassen und nachhaken. Und wenn deine Bewerbung selbst überzeugen soll, hilft dir bewerbung.express: aus Lebenslauf und Stellenanzeige entsteht ein passgenauer Entwurf in 90 Sekunden, ab 4 Euro. Pay-per-Use, kein Konto.

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