Glossar
Befristeter Arbeitsvertrag
Ein befristeter Arbeitsvertrag endet automatisch nach einer festgelegten Zeit. Welche Regeln gelten und worauf du achtest.
Definition
Ein befristeter Arbeitsvertrag endet automatisch nach einer festgelegten Zeit oder mit Erreichen eines bestimmten Zwecks, ohne dass eine Kündigung nötig ist. Rechtsgrundlage ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG), und die Befristung muss vor Arbeitsbeginn schriftlich vereinbart sein, sonst gilt der Vertrag als unbefristet. Befristet Beschäftigte haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie unbefristet Beschäftigte.
Kurz erklärt: Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ein Arbeitsvertrag, der automatisch nach einer festgelegten Zeit oder mit Erreichen eines bestimmten Zwecks endet, ohne dass eine Kündigung nötig ist. Rechtsgrundlage ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Die Befristung muss vor Arbeitsbeginn schriftlich vereinbart sein, sonst gilt der Vertrag als unbefristet. Befristet Beschäftigte haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie unbefristet Beschäftigte.
Was bedeutet befristeter Arbeitsvertrag?
Ein befristeter Arbeitsvertrag ist ein Arbeitsverhältnis, das von Anfang an ein festes Ende hat. Anders als beim unbefristeten Vertrag muss niemand kündigen, damit das Arbeitsverhältnis endet: Es läuft automatisch aus, sobald die vereinbarte Zeit abgelaufen ist oder der vereinbarte Zweck erreicht wurde.
Die rechtliche Grundlage bildet das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Es regelt, wann und wie lange ein Arbeitsverhältnis befristet werden darf und welche Schutzrechte für die Beschäftigten gelten. Der Gesetzgeber will damit verhindern, dass Befristungen missbraucht werden, um Arbeitnehmer dauerhaft in unsicheren Verhältnissen zu halten.
Der befristete Arbeitsvertrag ist ein Sonderfall des regulären Arbeitsvertrags. Alle übrigen Bestandteile, etwa Tätigkeitsbeschreibung, Vergütung, Arbeitszeit und Urlaub, sind grundsätzlich identisch. Der entscheidende Unterschied liegt allein im festgelegten Endzeitpunkt.
Zeitbefristung und Zweckbefristung
Das Gesetz unterscheidet zwei Arten, wie ein Vertrag enden kann:
- Zeitbefristung: Der Vertrag endet zu einem festen Datum, zum Beispiel am 31.12.2027. Beide Seiten wissen von Anfang an genau, wann das Arbeitsverhältnis ausläuft.
- Zweckbefristung: Der Vertrag endet, sobald ein bestimmter Zweck erreicht ist, zum Beispiel die Vertretung einer Kollegin während ihrer Elternzeit bis zu deren Rückkehr. Das genaue Enddatum steht hier nicht von vornherein fest, sondern hängt vom Eintritt des Zwecks ab.
Bei einer Zweckbefristung muss der Arbeitgeber den Mitarbeiter mindestens zwei Wochen vor dem geplanten Ende schriftlich über den Zeitpunkt informieren. Erst danach endet der Vertrag. So bleibt eine Mindestplanungssicherheit erhalten.
Sachgrundlose Befristung und Befristung mit Sachgrund
Neben der Frage, wie der Vertrag endet, ist entscheidend, auf welcher Grundlage er befristet wurde. Hier kennt das TzBfG zwei Wege.
Sachgrundlose Befristung
Ein Arbeitsvertrag darf auch ohne sachlichen Grund befristet werden, allerdings mit klaren Grenzen:
- Die Befristung ist insgesamt bis zu zwei Jahre erlaubt.
- Innerhalb dieser zwei Jahre darf der Vertrag höchstens dreimal verlängert werden.
- Sie ist nur bei einer Neueinstellung zulässig. War der Mitarbeiter zuvor schon einmal beim selben Arbeitgeber beschäftigt, greift das sogenannte Vorbeschäftigungsverbot, und eine sachgrundlose Befristung ist in der Regel unwirksam.
Befristung mit Sachgrund
Liegt ein sachlicher Grund vor, sind auch längere und mehrfache Befristungen möglich. Typische Sachgründe sind:
- Vertretung, etwa wegen Elternzeit oder längerer Krankheit eines Stammmitarbeiters
- Projektarbeit mit absehbarem Ende
- Saisonarbeit, zum Beispiel in Tourismus, Landwirtschaft oder Einzelhandel
- Probebeschäftigung zur Erprobung des Mitarbeiters
- Haushaltsmittel-Befristung im öffentlichen Dienst, wenn die Stelle aus zeitlich begrenzten Mitteln finanziert wird
Bei einem anerkannten Sachgrund ist die starre Zwei-Jahres-Grenze der sachgrundlosen Befristung nicht maßgeblich. Der Sachgrund muss aber tatsächlich vorliegen und darf nicht nur vorgeschoben sein.
Schriftform und Kettenbefristung
Schriftform-Pflicht: Die Befristung muss vor Arbeitsbeginn schriftlich vereinbart sein. Eine mündliche Absprache oder eine erst nachträglich unterschriebene Befristungsklausel reicht nicht aus. Fehlt die rechtzeitige Schriftform, gilt der Vertrag automatisch als unbefristet. Das ist einer der häufigsten Fehler in der Praxis und für Beschäftigte ein wichtiger Hebel.
Kettenbefristung: Reiht ein Arbeitgeber mehrere befristete Verträge direkt aneinander, spricht man von einer Kettenbefristung. Solche Ketten sind nur mit Sachgrund zulässig. Bei Missbrauch, also wenn auffällig viele Verträge über einen sehr langen Zeitraum aneinandergereiht werden, können Gerichte die Befristung für unwirksam erklären. Betroffene können dann auf Entfristung klagen, also auf die Feststellung, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis besteht.
Wer sich unsicher ist, ob eine Befristung wirksam ist, sollte die Klausel genau prüfen und im Zweifel anwaltlichen Rat einholen. Die Frist für eine Entfristungsklage ist mit drei Wochen nach dem vereinbarten Vertragsende kurz bemessen.
Welche Rechte du im befristeten Vertrag hast
Befristet Beschäftigte sind keine Arbeitnehmer zweiter Klasse. Das TzBfG schreibt eine weitgehende Gleichbehandlung vor:
- Gleiche Bezahlung und Bedingungen wie vergleichbare unbefristet Beschäftigte, einschließlich tariflicher Zulagen
- Voller Urlaubsanspruch, bei einem unterjährigen Vertrag anteilig nach Beschäftigungsmonaten
- Lohnfortzahlung bei Krankheit nach den allgemeinen Regeln des Entgeltfortzahlungsgesetzes
- Schutz vor Diskriminierung allein wegen der Befristung
Beim Thema Kündigung gilt eine Besonderheit: Ein befristeter Vertrag bietet keinen Vorteil beim Kündigungsschutz, aber er kann während der Laufzeit auch nicht so einfach ordentlich gekündigt werden. Eine ordentliche Kündigung ist nur möglich, wenn sie vertraglich oder tariflich ausdrücklich vereinbart wurde. Steht dazu nichts im Vertrag, kann während der Laufzeit in der Regel nur außerordentlich aus wichtigem Grund gekündigt werden. Welche Fristen sonst gelten, erklärt der Glossar-Eintrag zur Kündigungsfrist.
Häufig enthalten befristete Verträge zu Beginn eine Probezeit. Diese muss in einem angemessenen Verhältnis zur Gesamtdauer des Vertrags stehen, sonst kann sie unwirksam sein.
Ende, Übernahme und Bedeutung in der Bewerbung
Ein befristeter Vertrag endet automatisch zum vereinbarten Termin. Es braucht keine Kündigung, und es entsteht kein Anspruch auf Abfindung. Das unterscheidet das Vertragsende deutlich von einer betriebsbedingten Kündigung.
In vielen Fällen ist die Befristung aber kein Endpunkt, sondern ein Sprungbrett. Bei guter Leistung folgt häufig die Übernahme, also die Entfristung in einen unbefristeten Vertrag. Für viele Arbeitgeber ist die Befristung faktisch eine verlängerte Erprobungsphase.
Für deine Bewerbung bedeutet das: Befristete Stellen sind oft eine wertvolle Einstiegschance, gerade für Berufseinsteiger und Quereinsteiger. Du solltest sie nicht vorschnell aussortieren. Sinnvoll ist es, im Vorstellungsgespräch aktiv nach der Entfristungsperspektive zu fragen, also danach, wie realistisch eine Übernahme nach Ablauf der Befristung ist und wovon sie abhängt. Das zeigt Interesse an einer langfristigen Zusammenarbeit und verschafft dir Klarheit über die eigene Planung.
Wenn ein befristeter Vertrag ausläuft und du dich neu bewerben musst, hilft dir unser Ratgeber zur Bewerbung nach einer Kündigung bei der Formulierung. Auch ein auslaufender befristeter Vertrag lässt sich darin selbstbewusst und ohne negativen Beiklang erklären.
Häufige Fragen
Ist ein befristeter Arbeitsvertrag schlechter als ein unbefristeter?
Rechtlich nicht. Befristet Beschäftigte haben Anspruch auf die gleiche Bezahlung, den gleichen Urlaub und die gleichen Arbeitsbedingungen wie vergleichbare unbefristet Beschäftigte. Der einzige wesentliche Unterschied ist das feststehende Vertragsende. In der Praxis bedeutet das weniger Planungssicherheit, aber häufig auch eine echte Chance auf spätere Übernahme.
Kann ein befristeter Vertrag vorzeitig gekündigt werden?
Eine ordentliche Kündigung während der Laufzeit ist nur möglich, wenn sie im Arbeitsvertrag oder im geltenden Tarifvertrag ausdrücklich vorgesehen ist. Fehlt eine solche Regelung, kann das Arbeitsverhältnis vor dem vereinbarten Ende grundsätzlich nur außerordentlich aus wichtigem Grund beendet werden. Das gilt für beide Seiten.
Was passiert, wenn die Befristung nicht schriftlich vereinbart wurde?
Dann ist die Befristung unwirksam, und der Vertrag gilt als unbefristet. Die Schriftform muss zwingend vor Arbeitsbeginn vorliegen. Wer also schon arbeitet, bevor die Befristungsklausel unterschrieben ist, hat in der Regel einen unbefristeten Vertrag, selbst wenn beide Seiten ursprünglich eine Befristung gewollt haben.
Wann darf ich auf Entfristung klagen?
Eine Entfristungsklage ist sinnvoll, wenn die Befristung unwirksam ist, etwa wegen fehlender Schriftform, wegen eines nur vorgeschobenen Sachgrunds oder bei einer missbräuchlichen Kettenbefristung. Wichtig ist die kurze Frist: Die Klage muss innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Vertragsende beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Bei Unsicherheit lohnt sich frühzeitiger Rechtsrat.
Befristete Stellen sind häufig der erste Schritt in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Damit deine Bewerbung diesen Schritt schafft, hilft dir bewerbung.express: aus Lebenslauf und Stellenanzeige entsteht ein passgenauer Entwurf in 90 Sekunden, ab 4 Euro. Pay-per-Use, kein Konto.
Verwandte Begriffe
Verwandte Artikel
Brauchst du Hilfe bei deiner Bewerbung?
Bewerbung.express schreibt dir dein Anschreiben und deinen Lebenslauf in 90 Sekunden ab 4 Euro. Kein Abo, nur einmal zahlen.
Jetzt erstellen